Blog

  …kurz und bündig 

Aufmerksame Besucher unserer Website werden die leicht nachzukochenden Rezepte samt Weinempfehlungen von Matthias Vodenac vermutlich schon kennen- und schätzen gelernt haben. Ab jetzt wird es hier unter dem Titel WEINZEIT-WISSEN einen weiteren Blog aus seiner Feder geben, in dem er kurz und bündig Wissenswertes zum Thema biodynamischer Weinbau vermitteln wird. Seit Matthias als freier Mitarbeiter bei der Weinzeit eingestiegen ist, hat er seine Kenntnisse, unter anderem, was die Weinherstellung nach dem Demeter-Prinzip angeht, stetig erweitert und wird sie nun ein Jahr lang durch die verschiedenen Phasen dieser an den Kreisläufen der Natur orientierten Methode führen. Ich freue mich sehr, dass Matthias mittlerweile fix zu unserem Team gehört und wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.   

 Ihre Irmgard Bickel  

Weinzeit-Wissen…

...über das ordnen, steuern und. Der Juni ist der erste Monat im Jahr, den der Winzer wieder viel Zeit draußen im Weinberg verbringt. Alles blüht und wächst und es geht nun darum, ordnend einzugreifen. Einerseits steht die Laubarbeit an, bei der überschüssige Blätter entfernt werden, um den Reben Luft zum Atmen zu verschaffen, Schimmel- oder Pilzbefall zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die heranwachsenden Trauben ausreichend mit Sonnenstrahlung in Kontakt kommen. Übrigens: Das Laub wird kompostiert, um später wieder in den Weinberg ausgebracht zu werden, wodurch einer für die Demeter-Bewirtschaftung wichtiger Kreislauf in Gang gesetzt wird. Andererseits ist jetzt die Zeit, um das Wachstum des Rebstocks zu steuern. Neben dem Ausbrechen der Geiztriebe und dem Entfernen von Fruchtansätzen werden die Reben zu diesem Zweck eingeschlauft. Dabei muss jeder einzelne Trieb vorsichtig von Hand in den Drahtrahmen eingezogen werden, um ein späteres Abbrechen der Triebe zu vermeiden. Um diese Zeit wird auch sichtbar, was den Demeter-Weinberg von einem konventionellen Weinberg am augenfälligsten unterscheidet, nämlich die üppige Begrünung zwischen den Rebzeilen. Manche Winzer schwören in diesem Zusammenhang auf selbst kreierte Kräuter- und Blumenmischungen, wie etwa Buchweizen, Hirse, Erbsen und Roggen. Das bringt dem Weinberg zusätzliche natürliche Nährstoffe und fördert nebenbei die Artenvielfalt.   

Ihr Matthias 

Weinzeit-Wissen…
…über ein Mittel, das die Reben schützt und die Winzer gut schlafen lässt   
Nachdem der April gemacht hat, was er will, erwarten uns nun die Eisheiligen. Damit beginnt eine sehr sensible Phase für die Weinreben. Die Knospen sprießen und spät einsetzender Frost kann für die Reben zum Problem werden. Das bedeutet mitunter schlaflose Nächte für unsere Winzern. Zum Glück gibt es ein paar natürliche Methoden, um die Pflanzen vor der gefährlichen Kälte zu schützen. Jeder Biowinzer kennt das Räuchern. Zu diesem Zweck werden Heuballen am Rande der Weinfelder entzündet, nicht, um Wärme zu erzeugen, sondern weil der die Reben einhüllende Rauch schützende Bestandteile enthält. Eine zweite wichtige Methode des biodynamischen Frostschutzes ist die Anwendung eines Baldrianpräparats, das schon Rudolf Steiner empfohlen hat, und das den Prinzipien des Weinbaus nach Demeter entspricht. Es ist erwiesen, dass dieses eigentlich für die Komposterzeugung verwendete Mittel, die Kältetoleranz der Pflanzen um bis zu drei Grad erhöht. Es ist beruhigend zu wissen, dass bereits 5 bis 10 Milliliter Baldrianpräparat, das 15 bis 20 Minuten lang in Wasser eingerührt und dann über die Pflanzen verteilt wird, für den Schutz von zwei Hektar Weinberg genügen. Wir hoffen dennoch, dass seine Anwendung heuer nicht allzu oft nötig sein wird.  

Ihr Matthias   

Weinzeit-Wissen…

…über einen speziellen Schatz aus dem Boden. Die Natur erwacht langsam und gleichzeitig neigt sich die Kellerarbeit dem Ende entgegen. Der Frühling hat offiziell am 22. März begonnen. Die Reben sind schon geschnitten. Die ersten Knospen fangen an zu sprießen. Nicht mehr lange, dann zeigt sich die Natur in ihrer prächtigsten Form. Die Weichen für eine gute Ernte werden gelegt. Der Boden und der Weinberg werden vorbereitet. Das Horn wird ausgegraben.   Im Frühling wird in der biodynamischen Weinherstellung nach dem Demeter-Prinzip mit Hornmist (auch Hornmistpräparat 500 genannt) eine innigere Verbindung zwischen Boden und Pflanze hergestellt. Eine Methode, die nachweislich das Wurzelwachstum fördert. Zur Herstellung dieses natürlichen Präparates wird eine Handvoll frischen Kuhmists in das ausgehöhlte Horn einer Kuh gefüllt. Dieses wird dann – vorzugsweise bei Vollmond – in der Erde vergraben und verbleibt dort über den Winter. Im Frühling wird das Horn ausgegraben und der Mist unter 60-minütigem Rühren mit einer Holzkelle in Wasser aufgelöst. Auch der Bottich sollte aus Holz gefertigt sein. Anschließend versprüht der Winzer diese Flüssigkeit über den gesamten Weinberg. Der Boden wird auf diese Art mit Mikroorganismen angereichert und Erdreich und Pflanze profitieren von deren natürlicher Bioaktivität. So entsteht ein lebendiger Weingarten. 

Ihr Matthias