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Winzer sein heißt vor allem Bauer sein
Im Juni haben wir Hans Wimmer-Czerny in Fels am Wagram besucht.

Eines ist sofort klar, wenn man Hans Wimmer-Cerny kennenlernt. Das ist kein Winzer, der sich einfach ein Demeter-Logo an die Tür gehängt hat, sondern ein gesamtheitlich denkender und handelnder Bauer, der mit den Kreisläufen lebt, die in der Natur wirksam sind. Man spürt es, wenn er mit den Händen in die Erde greift und sie zwischen den Fingern zerreibt, als würde sie Gold enthalten. 


Als hätte er Gold in den Händen

Er greift auch in den Haufen Streue und Kuhmist, der am Rand der Weide liegt, die er außerhalb des Ortes bewirtschaftet. Der Mist stammt von einer kleinen Herde (fünf Kühe, ein Stier, drei Jungtiere) Waldviertler Blondvieh. Eine Rinderrasse, erklärt uns Hans, die sich bis ins Neolithikum zurück verfolgen lässt und deren Eigenschaften man unbedingt erhalten sollte, weswegen er sie seit einigen Jahren züchtet.

Waldviertler Blondvieh ist kein Streichelzoo...

Mit einem Streichelzoo haben wir es definitiv nicht zu tun. Als wir die Weide betreten, stellt sich der Stier schützend zwischen uns und die anderen Tiere. Nur Hans kann sich ungehindert nähern. Als das Futter verteilt ist, macht er uns auf einen eigenartigen Aspekt ihres Sozialverhaltens aufmerksam. Die drei Jungtiere sind beim Fressen klar von den Alten separiert.

...aber eine winterfeste Rinderrasse.

Die Tiere stehen das ganze Jahr über auf der Weide. Für den Winter haben sie einen Unterstand, außerdem wächst ihnen rechtzeitig ein dichtes rötliches Fell, das sie gegen die Kälte und den Wind schützt, der hier in der Ebene fast immer bläst. Dieser Wind führt auch zur Erosion der Böden, zumal die Hecken und Waldstreifen, die es früher zwischen den Feldern gegeben hat, heute weitgehend verschwunden sind. Deshalb hat Hans ein paar hundert Bäume gepflanzt, die diese Schutzfunktion in Zukunft wieder erfüllen sollen.


Wir sind verantwortlich für das Wohlergehen der Tiere

Der Mist kompostiert übrigens direkt auf der Weide und wird dann als Dünger hinauf in die Weinberge geführt. Die Haltung von Tieren gehörte immer schon zu einer harmonischen bäuerlichen Kreislaufwirtschaft, wozu natürlich auch die Verantwortung zählt, die wir für ihr Wohlergehen haben. Hans Wimmer-Cerny lebt sie glaubwürdig vor.

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