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Die Winzerei hat in den Jahrtausenden, seit sie betrieben wird, ihre Methoden immer mehr verfeinert und sich dadurch zu einer der großartigsten Kulturtechniken entwickelt, die wir kennen. Doch vielleicht sind wir mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem die Anwendung ausgeklügelter Kellertechnologie zwar zu sehr guten aber auch zu austauschbaren Produkten geführt hat. Vielleicht wäre also ein Schritt zurück oder besser zur Seite heute durchaus angebracht. Und genau diesen Schritt machen unsere Winzer Judith Beck, Adrien Fabre, Denis Feigel, Alexander Pflüger, Sebastien Vincenti oder Christoph Ziegler, wenn sie neue oder vielleicht sehr alte Wege wieder beschreiten und sich auf das Abenteuer „Naturwein“ einlassen. Aber was ist das überhaupt – ein Naturwein.

Naturwein ist kein geschützter Begriff


Zunächst Folgendes: Der Begriff Naturwein (das gilt übrigens auch für natural-, raw oder orange-wine) ist nicht rechtlich geschützt, das heißt, es gibt noch keine verbindlichen Standards, auf die man sich als Kunde verlassen könnte. Wir von der Weinzeit haben allerdings schon immer genau hingeschaut und eigene Kriterien definiert, die jene Weine erfüllen sollten, die in unserem Sortiment Naturweine genannt werden dürfen.


Grundbedingung biodynamischer Anbau.

Selbstverständliche Grundbedingung ist die biodynamische Arbeit im Weinberg. Das heißt: Kein Ausbringen naturfremder Mittel und ein unbedingt schonender Umgang mit dem Boden, den Rebstöcken und den Trauben während des gesamten Wachstums- und Ernteprozesses. Nur so ist gewährleistet, dass ausschließlich hochwertiges und gesundes Lesegut in den Keller kommt. Aber das gilt für alle Weine, die wir anbieten, macht also noch nicht den essentiellen Unterschied zwischen der klassischen biodynamischen und der Naturwein-Produktion aus.


Die Kunst des Nichtstuns

Was den Naturwein besonders auszeichnet, wird im Keller gemacht. Oder besser, es wird eigentlich nicht gemacht. Denn die Herstellung von Naturwein könnte man auch als „die Kunst des Nichtstuns“ beschreiben. Die Trauben werden zum Beispiel nach der Ernte zwar gerebelt, das heißt von den Stilen getrennt, sie werden aber nicht gequetscht. Das heißt, sie geben ihren Saft allein aufgrund der Schwerkraft ab, die das Lesegut dazu bringt, sich abzusetzen. Und in dieser sanften Art geht es weiter. Der Saft wird auf der Maische vergoren und bleibt damit möglichst lang mit den Traubenschalen und Kernen in Kontakt. Und zwar auch bei den Weißweinen. Die intensive Farbe des als Orange-Wein bekannten Naturweins zum Beispiel kommt auf diese Art zustande.

Die besondere Gärung

Eines der wesentlichen Verfahren bei der Herstellung von Naturweinen ist die Spontangärung. So nennt man jene Gärung, die ohne das Zuführen von Trockenhefen, also nur bewirkt durch die in den Beeren bzw. im jeweiligen Weinberg angesiedelten natürlichen Hefen spontan einsetzt. Weil allerdings diese natürlichen Hefen empfindlicher reagieren als Zuchthefen und der Gärungsverlauf auch nicht durch die Zugabe von Nährstoffen und Enzymen künstlich stabilisiert wird, besteht die Gefahr, dass es zu unerwünschten Ergebnissen kommt. Das kann soweit gehen, dass mitunter ein ganzen Jahrgang Eigenschaften entwickelt, die ihn für den Verkauf ungeeignet machen.

Authentischer Ausdruck von Terroir und Jahrgang


Und doch lohnt sich das Risiko, denn spontan vergorene Weine sind sozusagen von Natur aus individueller und facettenreicher im Geschmack. Das heißt, sie bringen einerseits das, was die Franzosen das Terroir nennen, erwiesenermaßen authentischer zum Ausdruck, und leugnen andererseits auch nicht den prägenden Einfluss des jeweiligen klimatischen Jahrgangs, weil die Unterschiede nicht durch Zusatz oder Entzug von Säure, Zucker oder Tannin zugunsten eines Einheitsgeschmacks ausgeglichen werden.


Der Wein weiß selbst, was er kann

Die Philosophie des Naturweins ist geprägt von der Überzeugung, dass der Wein im Wesentlichen selbst „weiß“, wie er seinen charakteristischen Geschmack entwickeln und sich dabei vor schädlichen Einflüssen schützen kann. Ohne chemisch behandelt, geklärt, geschönt, filtriert und sterilisiert werden zu müssen. Und ohne mit Hilfe all der vom Weingesetz erlaubten Zusatzstoffe nachträglich zu einem marktgerechten Produkt gestylt zu werden. Aber nach dieser Philosophie haben wir von der Weinzeit ohnehin immer schon gehandelt.


Lassen wir den Naturwein kreisen

Zum Abschluss ein Vorschlag, angeregt durch den Titel, den Judith Beck ihrer Kollektion von Naturweinen (Rotweinen wohl gemerkt) gegeben hat, nämlich Bambule. Dieser Begriff hat mehrere Bedeutungen. Unter anderem steht er für das rituelle Herumreichen eines berauschenden Mediums im Kreis. Ob Judith Beck tatsächlich auf diese Tradition anspielen wollte, als sie ihren Wein so etikettiert hat, ist nicht gesichert. Wir allerdings könnten uns durchaus vorstellen, dass sich Naturweine sehr gut eignen würden, auf diese verbindende Art am Tisch von Hand zu Hand zu wandern.

RIESLING KIRCHENPEACE 2018 

Weingut Collectiv Z, Pfalz, DE Großer Riesling aus einer der ältesten Anlage im Leistadter Kirchenstück. Handgelesen, spontan vergoren in einem alten Pfälzer Stückfass. Lange Reife auf der Feinhefe gibt Geschmack, Haltbarkeit und eine grandiose Tiefe 
1 Flasche für
€ 29,90

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SYLVANER KALKOVEN 2018 

Weingut Collectiv Z,Pfalz, DEDer duftende, betörende Wein wurde spontanvergoren, reifte er 8 Monate im Holz und wurde dann ohne Schönung und Filtration abgefüllt.Faszinierende Aromen nach Kräutern und Blüten finden sich in der Nase und am Gaumen, die mit einer feinen unterlegten Säure eine grandiose Struktur wiedergeben. Schicht um Schicht werden mit jeden Schluck neue tolle Aromen freigesetzt. Ein großer starker, geschmeidiger Wein aus höchster winzerlicher Handwerkskunst. Limitierte Menge: 900 Flaschen
1 Flasche für
€ 29,90

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Gemischter Was ?  2018

Weingut Collectiv Z, Pfalz;DEWilder Wein, der aber viel Spaß macht. Ein neues, spannendes Geschmackserlebnis. Weißwein aus einem sehr alten gemischten Satz mit Sylvaner, Riesling, Müller und Gewürztraminer von hochgelegenen Kalksteinlagen aus Leistadt. 
1 Flasche für
€ 16,90

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Nature Rouge 2017

Le Clos du Caillou, Châteauneuf-du-Pape, FR Für den Cotes du Rhone Nature werden die besten Trauben aus den Châteauneuf-du-Pape Lagen Quartz, Reserve und Le Caillou verwendet. In der Nase dunkel beerige Aromen. Hocharomatisch und gleichzeitig fein und elegant.
1 Flasche für
€ 18,60

Le Vin Natur rouge 2018 AOC Ventoux

Domaine de Fondrèche, Südfrankreich, FR Ehrlicher, handwerklich produzierter Wein und dazu noch 100% schwefelfrei. Die natürliche Fruchtigkeit zeigt, wie Syrah, Mourvèdre und Grenache schmecken können.
1 Flasche für
€ 14,50

La Cuve à mon Loup 2016

Château La Mothe du Barry, Joël Duffau, Bordeaux, FR Dieser Wein ist eine Liebeserklärung an die Frau von Joel Duffau. Sandrine liebt "vins naturels", Weine die ohne Schwefel gemacht werden. Also beschloss Joel, für sie einen Wein zu machen.
1 Flasche für
€ 15,90

Zweigelt Bambule 2016

Weingut Beck Kräftiges Rubinrot mit violettem Rand, strahlend, intensives Kirscharoma, erdige Noten, sehr jugendlich und frisch, kräftiger Körper mit reifem Tanningerüst am Gaumen, stützende Säure, bleibt lange haften, braucht Zeit und Luft.
1 Flasche für
€ 23,90