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das terroir

Diese faszinierende Verschmelzung aus naturgegebenen Boden- und Klimaverhältnissen und der Bewirtschaftung des Weinbergs ist gerade für den ökologischen Weinbau eine besonders wichtige und spannende Facette. Wo, wenn nicht in dieser Synthese aus Naturraum und Kulturgut kommt die Besinnung auf natürliche ökologische Grundlagen zur Geltung!

Während sich die konventionellen Winzer an Klima und Wetter nur anpassen, diese Phänomene aber schwer beeinflussen können, bietet der ökologische Weinbau eine breite Palette an Möglichkeiten, den Boden schonend im Interesse des Winzers zu bearbeiten - ihn zu nützen und gleichzeitig zu schützen!

Ein besonders anschauliches Beispiel sind Düngung und Begrünung. Vielfach diskutiert, teilweise heftig umstritten, bieten sie die Möglichkeit, wesentliche Eigenschaften des Bodens zum Positiven zu verändern.

Werden anstelle von Mineralsalzen zum Beispiel Kompost oder Stallmist im Rahmen einer biologischen Bewirtschaftung ausgebracht, so erhöht dies die Biodiversität im Weingarten deutlich und verbessert somit die Struktur des Bodens. Die Zufuhr an frischer organischer Substanz durch Begrünungen sorgt aber nicht nur für ein aktives Bodenleben, sie verbessert durch die intensive Durchwurzelung auch Bodenstruktur und Porosität. Dadurch ergibt sich ein weiterer wichtiger Pluspunkt: die erhöhte Wasserspeicherkapazität.

Die gesunde Bodenstruktur hilft nämlich dem Boden, mehr Wasser aufzunehmen und somit vor überbordender Erosion zu schützen - in Anbetracht zunehmender Wetterkapriolen mit steigenden Starkniederschlägen ein Ass im Ärmel des ökologischen Weinbaus. In Kombination mit Begrünungen wird dieser Effekt noch verstärkt - Bodenbedeckung und verstärkte Durchwurzelung wirken der Erosion besonders effektiv entgegen und helfen, bei Starkregenereignissen Abflussspitzen zu puffern. Durch eine intelligente Auswahl der Begrünung kommt es im Weingarten zudem zu einer standortgerechten, artenreichen Pflanzenmischung, welche die Monokultur der Rebe bricht und das Ökosystem Weingarten durch die Erhöhung der Biodiversität stabilisiert.

Ein stabiles, vielfältiges Ökosystem im Weingarten ist nämlich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von Vorteil. Werden zur Begrünung Leguminosen verwendet, so können auf einem Hektar pro Jahr bis zu 150 kg Stickstoff aus der Luft gebunden werden - einfach so, ohne Düngung! Wie das funktioniert, ist ein Faszinosum de rNatur. Luzerne, Klee oder Erbse haben nämlich die Fähigkeit, mit Knöllchenbakterien eine mutualistische Symbiose einzugehen. Chemische Signale auf beiden Seiten sorgen wie Amors Pfeile dafür, dass Knöllchenbakterien und Leguminosen zusammenfinden und die Bakterien aktiv über die Wurzelhaare in die Wurzelrinde wandern.

Diese sehr enge Lebensgemeinschaft führt bei den Knöllchenbakterien zu umfassenden morphologischen und physiologischen Veränderungen, beiden Pflanzen zur Ausbildung spezieller Organe. Aufgrund der bakteriellen Infektion bildet die Wurzel nämlich Knöllchen aus, in denen die Bakterien dann aktiv werden. Diese Knöllchenbakterien besitzen im Gegensatz zu den Pflanzen die Fähigkeit, aus der Luft elementaren Stickstoff zu binden und ihn biologisch verfügbar zu machen. Dies ist ihnen aber nur in der Symbiose mit Pflanzen möglich.

Unter natürlichen Bedingungen können nämlich weder Leguminosen noch Knöllchenbakterien allein molekularen Stickstoff aus der Luft fixieren. Von dieser Symbiose profitieren also alle Beteiligten: Die Pflanze wird mit Stickstoff versorgt und liefert den Bakterien im Gegenzug die dafür benötigte Energie. Win-win für Pflanzen und Bakterien, win-win für den Winzer, da der Boden ohne Düngung mit Stickstoff angereichert wird. Biowein zu trinken lohnt sich also für alle - vom kleinsten Mikroorganismus im Boden bis zum Konsumenten! Umso besser, wenn der Wein dann auch noch fantastisch schmeckt!

Denis Feigel – Domaine des Prés Lasses

Was bedeutet Dein Boden für Dich? Welche Verantwortung spürst Du?

Der Boden ist die Grundlage unseres Ökosystems. Er ist der geologische Untergrund, der die Pflanze nährt. Der Schiefer, ein metamorphes blättriges Gestein, ist besonders wichtig, weil er es dem Weinstock ermöglicht, sehr tief zu wurzeln und in der Tiefe Nährstoffe und Feuchtigkeit zu finden. Unsere Verantwortung ist ganz klar: Schiefer ist einer der ältesten Böden und muss besonders respektvoll behandelt werden. Es ist ein karger, eher saurer Boden, der streng auswählt, welche autochthonen Pflanzen auf einer immer sehr dünnen Schicht Ackerland wachsen sollen. Ungeeignete landwirtschaftliche Praktiken schaden diesem sensiblen Boden, der durch eine Evolution von mehreren Millionen Jahren entstanden ist.

Was sind Deine Maßnahmen, den Boden nachhaltig zu schützen?

Unsere Bodenschutzmaßnahmen sind zu allererst konservierende Maßnahmen: keine tiefgehende Bodenbearbeitung oder Techniken, welche die Bodenstruktur zerstören. Wir versuchen auch, die Verdichtungsprobleme zu begrenzen, indem wir eher leichte Traktoren verwenden, sowie sehr sensible Raupengeräte. Die Gründüngung verbessert auch die Tragfähigkeit. Sie ist ein effizientes Verfahren zur Wiederherstellung des Bodens. Das passt auch zur biologischen Landwirtschaft: Ziel ist es, das Leben im Boden zu fördern: Organische Substanzen werden eingebracht, um die Bildung von Humus zu unterstützen, der dann den Lehm binden kann, der bei der Zersetzung des Schiefers entsteht.

Wie wirkt sich das auf Deinen Wein aus?

Unsere Schieferböden sind bestens geeignet, um ausgeprägt typische Weine mit geringem Ertrag zu produzieren. Die Mineralität macht die Weine elegant. Sie sind zwar gehaltvoll und oft sehr konzentriert, aber nie schwer. Je nach Rebsorte findet man intensive Obstaromen, Heidedüfte und Gewürznoten; wir versuchen, den Ausdruck dieser aromatischen Komplexität durch eine sehr schonende Vinifizierung herauszuarbeiten.


Bodenpaket "Terroir- Amor"

Weingut Domaine Prés Lasses, Frankreich

Wer diesen Wein kostet, spürt das Kribbeln verführerischer Jugend, die leuchtende Sinnlichkeit strahlend bunter Weinberge, die Wärme eines glücklichen Heims. In jedem Schluck schwirren die verrückten Pfeile Amors.  Jeder Schluck – und es dürfen nicht zu viele sein! – verwirrt, betört..

  6 Flaschen für
€ 65,10
statt € 76,90